Maschinenstundensatz Tabelle: Kostenarten und Rechenbeispiel
Der Maschinenstundensatz lässt sich als Tabelle aufbauen: je Kostenart eine Zeile, am Ende die Summe geteilt durch die Laufstunden. Diese Seite zeigt die Zeilen, rechnet ein Beispiel durch und nennt bei jeder Zahl, ob sie angenommen oder berechnet ist.
Die Formel hinter der Tabelle
Jahreskosten = Abschreibung + Zinsen + Raum + Energie + Instandhaltung + Werkzeug
Maschinenstundensatz = Jahreskosten ÷ Laufstunden pro Jahr
Kostenarten: die Zeilen der Tabelle
| Kostenart | Formel | Das liefert der Betrieb |
|---|---|---|
| Abschreibung | Anschaffungswert ÷ Nutzungsdauer | Anschaffungswert, Nutzungsdauer in Jahren |
| Kalkulatorische Zinsen | Anschaffungswert ÷ 2 × Zinssatz | Zinssatz |
| Raumkosten | Fläche × Kosten je m² und Monat × 12 | Stellfläche, Flächenkosten |
| Energiekosten | Leistungsaufnahme × Laufstunden × Strompreis | mittlere Leistungsaufnahme, Strompreis |
| Instandhaltung | Jahresbetrag aus Wartung und Reparatur | Planwert oder Erfahrungswert des Betriebs |
| Werkzeugkosten | Jahresbetrag, sofern nicht direkt dem Auftrag zugeordnet | Planwert oder Erfahrungswert des Betriebs |
Quelle: Formeln wie in der Beispielrechnung der Bestandsseite Maschinenstundensatz berechnen; Vereinfachung: Zinsen auf den halben Anschaffungswert.
Rechenbeispiel: Maschinenstundensatz in der Tabelle
Das Beispiel rechnet eine Maschine mit erfundenen Annahmen durch. Die oberen Zeilen sind Eingaben, die unteren Rechenschritte. Für Ihre eigene Maschine ersetzen Sie die Annahmen durch Werte aus Anlagenbuchhaltung, Stromabrechnung und Instandhaltungsplanung.
Beispielrechnung (Annahmen, keine Marktwerte)
| Posten | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Anschaffungswert | 250.000 € | Annahme |
| Nutzungsdauer | 10 Jahre | Annahme |
| Zinssatz | 5 % | Annahme |
| Stellfläche und Flächenkosten | 20 m² zu 12 € je m² und Monat | Annahme |
| Leistungsaufnahme und Strompreis | 10 kW, 0,25 €/kWh | Annahme |
| Instandhaltung | 7.500 € je Jahr | Annahme |
| Werkzeugkosten | 4.000 € je Jahr | Annahme |
| Laufstunden | 2.000 h je Jahr | Annahme |
| Abschreibung | 25.000 € | Rechnung: 250.000 ÷ 10 |
| Kalkulatorische Zinsen | 6.250 € | Rechnung: 250.000 ÷ 2 × 5 % |
| Raumkosten | 2.880 € | Rechnung: 20 × 12 × 12 |
| Energiekosten | 5.000 € | Rechnung: 10 × 2.000 × 0,25 |
| Jahreskosten | 50.630 € | Rechnung: 25.000 + 6.250 + 2.880 + 5.000 + 7.500 + 4.000 |
| Maschinenstundensatz | 25,32 €/h | Rechnung: 50.630 ÷ 2.000 = 25,315, gerundet |
Der Satz enthält keine Personalkosten, keine Gemeinkosten und keinen Gewinnzuschlag. Diese kommen in der Kalkulation getrennt hinzu.
Einflussfaktor Laufstunden: dieselbe Maschine, vier Zeilen
Die Tabelle ändert im Beispiel nur die Laufstunden. Die Energiekosten wachsen mit den Stunden mit. Abschreibung, Zinsen, Raum, Instandhaltung und Werkzeug sind hier als fest angenommen (Vereinfachung, in der Praxis schwanken Instandhaltung und Werkzeug mit der Auslastung).
| Laufstunden je Jahr | Energie | Jahreskosten | Satz |
|---|---|---|---|
| 1.000 | 2.500 € | 48.130 € | 48,13 €/h |
| 2.000 | 5.000 € | 50.630 € | 25,32 €/h |
| 3.000 | 7.500 € | 53.130 € | 17,71 €/h |
| 4.000 | 10.000 € | 55.630 € | 13,91 €/h |
Quelle aller Zahlen: Rechnung aus den Annahmen der Beispieltabelle. Energie = 10 kW × Stunden × 0,25 €/kWh; Jahreskosten = 25.000 + 6.250 + 2.880 + 7.500 + 4.000 + Energie; Satz = Jahreskosten ÷ Stunden, gerundet.
Bei gleicher Maschine verteilen sich die fixen Kosten auf mehr oder weniger Stunden, deshalb nennt diese Seite keinen pauschalen Richtwert. Legen Sie außerdem fest, ob Rüstzeiten in den Laufstunden enthalten sind, und bleiben Sie dabei. Wie sich Rüstzeiten verkürzen lassen, beschreibt die SMED-Methode.
Tabelle selbst anlegen
- Je Maschine eine Spalte, je Kostenart eine Zeile, Eingaben und Formelzellen farblich trennen
- Eingaben mit Herkunft notieren (Anlagenbuchhaltung, Stromabrechnung, Planwert)
- Laufstunden und die Behandlung der Rüstzeit einmal festlegen und für alle Maschinen gleich anwenden
- Satz bei Änderung von Schichtmodell, Strompreis oder Anschaffungswert neu rechnen
Eine fertige Tabelle mit Formeln für bis zu zehn Maschinen gibt es als kostenlose Excel-Vorlage, direkt im Browser rechnet der Maschinenstundensatz-Rechner.
Häufige Fragen
Wie hoch ist ein typischer Maschinenstundensatz?
Dafür gibt es keinen belastbaren Richtwert. Der Satz hängt von Anschaffungswert, Nutzungsdauer, Laufstunden und den betrieblichen Kosten ab. Das Beispiel dieser Seite zeigt, wie stark allein die Laufstunden den Satz verändern: bei sonst gleichen Annahmen 48,13 €/h bei 1.000 und 13,91 €/h bei 4.000 Stunden.
Welche Kostenarten gehören in die Tabelle?
Im Beispiel: kalkulatorische Abschreibung, kalkulatorische Zinsen, Raumkosten, Energiekosten, Instandhaltung und Werkzeugkosten. Personalkosten, Gemeinkosten und Gewinnzuschlag sind nicht enthalten und kommen in der Kalkulation getrennt hinzu.
Warum werden die Zinsen auf den halben Anschaffungswert gerechnet?
Weil das gebundene Kapital über die Nutzungsdauer durch die Abschreibung sinkt. Als vereinfachte Annahme wird der Durchschnitt aus Anfangs- und Restwert genommen, bei Restwert null also die Hälfte des Anschaffungswerts.
Sind Rüstzeiten in den Laufstunden enthalten?
Das muss der Betrieb festlegen. Wichtig ist, dabei zu bleiben, damit Rüstzeit in der Kalkulation weder doppelt noch gar nicht erscheint.
Woher kommen die Werte in der Tabelle?
Alle Eingangswerte der Beispielrechnung sind erfundene Annahmen. Für den eigenen Satz setzen Sie Werte aus Anlagenbuchhaltung, Stromabrechnung und Instandhaltungsplanung ein.
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