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Kennzahlen

OEE: Maschinenverfügbarkeit messen und steigern

Der OEE-Wert (Overall Equipment Effectiveness) ist die wichtigste Kennzahl für Maschinenverfügbarkeit in der Fertigung. Wer Rüstzeiten reduziert, verbessert den OEE direkt.

6 Minuten Lesezeit·Erstellt: Januar 2026

Was ist der OEE?

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität. Der OEE misst, wie effektiv eine Maschine genutzt wird. Ein OEE von 100% bedeutet: Die Maschine läuft immer, so schnell wie möglich, ohne Ausschuss. 85 % wird häufig als „World-Class“-Richtwert genannt — ein verbindlicher Sollwert ist das nicht, weil Anlagen und die Abgrenzung der geplanten Produktionszeit sich stark unterscheiden.

OEE-Formel und Berechnung

Verfügbarkeit = Betriebszeit / Geplante Laufzeit
Leistung = Tatsächl. Output / Theor. max. Output
Qualität = Gutteile / Gesamtteile
OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität

Rüstzeiten und OEE

Rüstzeiten fallen in die geplante Produktionszeit und zählen dort als Stillstand — sie senken direkt die Verfügbarkeit. Wenn eine Maschine täglich 2 Stunden gerüstet wird und 8 Stunden Schicht hat, liegt die Verfügbarkeit maximal bei 75%. Jede Minute weniger Rüstzeit verbessert den OEE messbar.

Rechenbeispiel: Rüstzeit von 120 auf 60 Minuten reduziert → Verfügbarkeit von 75% auf 87,5% → OEE steigt um bis zu 12,5 Prozentpunkte (bei 100 % Leistung und Qualität; sonst entsprechend weniger).

Maschinenverfügbarkeit berechnen und Anlagenverfügbarkeit erhöhen

Für die Verfügbarkeit im OEE ziehen Sie alle Stillstände von der geplanten Laufzeit ab – Rüsten, Störungen und Wartezeiten gleichermaßen – und teilen die verbleibende Betriebszeit durch die geplante Laufzeit.

Angenommen: 480 Minuten geplante Laufzeit, 45 Minuten Rüsten, 30 Minuten ungeplanter Stillstand durch eine Störung, 15 Minuten Warten auf Material.

Stillstände: 45 + 30 + 15 = 90 Minuten
Betriebszeit: 480 − 90 = 390 Minuten
Verfügbarkeit: 390 / 480 = 81,25 %

Daneben ist der Begriff technische Verfügbarkeit gebräuchlich. Er blendet meist Stillstände aus, die nicht an der Anlage selbst liegen – etwa fehlendes Material oder fehlendes Personal. Welche Stillstände in welche Kennzahl eingehen, sollte betriebsintern festgelegt sein, damit Werte über Maschinen und Zeiträume vergleichbar bleiben.

Hebel für eine höhere Anlagenverfügbarkeit

  • Rüstzeit: Mit der SMED-Methode Rüstschritte in interne und externe trennen und alles, was ohne Maschinenstillstand möglich ist, während der laufenden Fertigung erledigen.
  • Ungeplante Stillstände: Störungen nach Ursache erfassen, damit wiederkehrende Ausfälle sichtbar werden und gezielt behoben werden können.
  • Wartezeiten: Material, Werkzeuge und NC-Programme vor dem Auftragswechsel bereitstellen – das ist externe Vorbereitung im Sinne von SMED.

Mit dem OEE-Rechner berechnen Sie Verfügbarkeit, Leistung, Qualität und den OEE aus Ihren eigenen Schichtdaten. Welche Hebel kürzere Rüstzeiten auf den OEE haben, zeigt der Blogartikel: OEE verbessern durch kürzere Rüstzeiten.

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