Maschinenstundensatz berechnen
Der Maschinenstundensatz ist die Basis für jede Angebotskalkulation in der Fertigung. Wie Sie ihn korrekt berechnen — inklusive Rüstkostenanteil.
Was ist der Maschinenstundensatz?
Der Maschinenstundensatz gibt an, wie viel es kostet, eine Maschine eine Stunde zu betreiben — inklusive aller anteiligen Kosten (Abschreibung, Energie, Wartung, Fläche, Kapital). Er ist die Grundlage für die Kalkulation von Fertigungsaufträgen.
Formel: Maschinenstundensatz
Rüstzeiten senken den Stundensatz
Rüstzeiten sind produktive Stunden, die nicht fakturiert werden können. Je mehr Zeit eine Maschine mit Rüsten verbringt, desto weniger Fertigungsstunden stehen für Aufträge zur Verfügung — und der effektive Stundensatz steigt. Kürzere Rüstzeiten senken den kalkulatorischen Stundensatz und machen Angebote wettbewerbsfähiger.
Beispiel: CNC-Fräse, 80 €/h Stundensatz. Bei 2h Rüstzeit täglich gehen 160 € Kapazität verloren — bei 1h nur 80 €. Einsparung: 80 €/Tag.
Maschinenstundensatz berechnen: Beispiel Schritt für Schritt
Die folgende Beispielrechnung zeigt den Weg von den Jahreskosten zum Stundensatz für eine CNC-Fräsmaschine. Alle Werte sind Annahmen – ersetzen Sie sie durch die Zahlen aus Ihrer Anlagenbuchhaltung und Kostenrechnung.
Angenommen: Anschaffungswert 300.000 €, Nutzungsdauer 10 Jahre, kalkulatorischer Zinssatz 6 %, Stellfläche 30 m² zu 10 €/m² und Monat, Anschlussleistung im Mittel 15 kW, Strompreis 0,25 €/kWh, Instandhaltung 6.000 € pro Jahr, 3.000 Laufstunden pro Jahr.
Die Kapitalkosten werden hier mit dem halben Anschaffungswert gerechnet, weil das gebundene Kapital über die Nutzungsdauer durch die Abschreibung sinkt. Der Satz enthält keine Personalkosten, keine Gemeinkosten und keinen Gewinnzuschlag – diese kommen in der Kalkulation getrennt hinzu.
Kostentreiber beim CNC-Fräsen
- Anschaffungswert und Nutzungsdauer: Sie bestimmen Abschreibung und Kapitalkosten – im Beispiel zusammen der größte Block.
- Laufstunden pro Jahr: Das Schichtmodell entscheidet, auf wie viele Stunden sich die fixen Kosten verteilen.
- Energie: Der einzige Block im Beispiel, der mit den Laufstunden mitwächst.
- Werkzeugkosten: Fräswerkzeuge können als eigener Kostenblock in den Stundensatz eingehen, sofern Sie sie nicht als Einzelkosten direkt dem Auftrag zuordnen.
Wie stark die Laufstunden den Satz verändern
Halbe Laufzeit bedeutet hier einen fast doppelt so hohen Stundensatz, weil die fixen Kosten auf weniger Stunden verteilt werden. Deshalb nennt dieser Beitrag keine pauschalen Richtwerte: Der Satz hängt vor allem von Ihrer Maschine und Ihrem Schichtmodell ab. Legen Sie außerdem fest, ob Rüstzeiten in den Laufstunden enthalten sind – und bleiben Sie dabei, damit Rüstzeit in der Kalkulation weder doppelt noch gar nicht erscheint. Ihren eigenen Satz rechnen Sie mit dem Maschinenstundensatz-Rechner nach.
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