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OEE

OEE verbessern durch kürzere Rüstzeiten

Wie wirken sich Rüstzeiten auf den OEE aus? Berechnungsbeispiele und konkrete Maßnahmen, um die Maschinenverfügbarkeit durch SMED zu steigern.

20. Februar 20264 Min. Lesezeitvon Redaktion RüstPlan

OEE und Rüstzeiten: Der direkte Zusammenhang

Der OEE (Overall Equipment Effectiveness) misst die Gesamteffektivität einer Maschine. Er berechnet sich aus drei Faktoren:

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität

Rüstzeiten fallen in die geplante Produktionszeit, zählen dort als Stillstand und reduzieren direkt die Verfügbarkeit — den ersten und wichtigsten OEE-Faktor.

Rechenbeispiel: Wie Rüstzeiten den OEE senken

Angenommen: 8-Stunden-Schicht, 2 Rüstvorgänge à 60 Minuten, Leistung 95%, Qualität 98%.

Geplante Laufzeit: 480 Minuten
Rüstzeit: 2 × 60 = 120 Minuten
Betriebszeit: 360 Minuten

Verfügbarkeit: 360 / 480 = 75%
Leistung: 95%
Qualität: 98%

OEE = 0,75 × 0,95 × 0,98 = 69,8%

Wenn Sie die Rüstzeit auf 2 × 30 Minuten halbieren:

Betriebszeit: 420 Minuten
Verfügbarkeit: 420 / 480 = 87,5%
OEE = 0,875 × 0,95 × 0,98 = 81,4%

Rüstzeit halbiert → OEE von 70% auf 81% — ein Sprung von 11 Prozentpunkten.

Warum der OEE-Anstieg mehr Wert erzeugt als gedacht

Ein OEE-Anstieg von 70% auf 81% klingt moderat. Die wirtschaftliche Auswirkung ist jedoch erheblich:

  • Maschine läuft je 8-Stunden-Schicht 60 Minuten länger (7,5 Minuten pro Stunde)
  • Bei 2-Schicht-Betrieb: 120 Minuten mehr Laufzeit pro Arbeitstag
  • Bei 250 Arbeitstagen: 500 Stunden mehr Laufzeit pro Jahr
  • Angenommen 80 €/h Maschinenstundensatz: rechnerisch 40.000 € zusätzliche Maschinenkapazität pro Jahr — sofern Aufträge für die gewonnene Zeit vorhanden sind

Was ist ein guter OEE?

Einen allgemeingültigen Sollwert gibt es nicht: Anlagen, Losgrößen und die betriebliche Abgrenzung von geplanter Produktionszeit und Stillstand unterscheiden sich stark. Aussagekräftig ist der OEE vor allem im Zeitverlauf derselben Maschine – bei gleichbleibender Abgrenzung. Wer die Abgrenzung ändert, etwa Pausen oder Wartung anders zuordnet, verändert den Wert, ohne dass sich an der Maschine etwas verbessert hat.

SMED als schnellster Weg zum OEE-Ziel

Von allen OEE-Hebeln (Verfügbarkeit, Leistung, Qualität) ist Rüstzeitreduktion durch SMED oft der schnellste und kostengünstigste. Qualitätsprobleme und Maschinenausfälle sind schwerer zu beeinflussen — Rüstzeiten reagieren schnell auf systematische Maßnahmen.

OEE verbessern: Hebel für Verfügbarkeit, Leistung und Qualität

Jeder der drei OEE-Faktoren hat eigene Verlustarten. Wer den OEE verbessern will, ordnet Verluste zuerst dem richtigen Faktor zu und setzt dann dort an.

Verfügbarkeit erhöhen

Verfügbarkeitsverluste sind Zeiten, in denen die Maschine während der geplanten Laufzeit steht: Rüsten, Störungen, Warten auf Material, Programm oder Personal.

  • Rüstvorgänge mit SMED in interne und externe Schritte trennen und externe Schritte während der laufenden Fertigung vorbereiten
  • Störungen nach Ursache erfassen statt nur als Gesamtstillstand
  • Material, Werkzeuge und NC-Programme vor dem Auftragswechsel bereitstellen

Leistung steigern

Leistungsverluste entstehen, wenn die Maschine zwar läuft, aber langsamer als mit der Ideal-Zykluszeit oder mit vielen kurzen Unterbrechungen.

  • Ideal-Zykluszeit je Teil festlegen, damit Abweichungen überhaupt sichtbar werden
  • Kurzstopps erfassen, die in keiner Störungsliste auftauchen
  • Gründe für reduzierte Geschwindigkeit dokumentieren, etwa Werkzeugverschleiß oder vorsichtiges Einfahren nach dem Rüsten

Qualität sichern

Qualitätsverluste sind Ausschuss und Nacharbeit – einschließlich der Anlaufteile nach einem Rüstvorgang.

  • Ausschuss nach Ursache und nach Rüstvorgang getrennt erfassen
  • Einstellparameter je Auftrag hinterlegen, damit der Anlauf reproduzierbar wird
  • Erstteilprüfung als festen Schritt in die Rüstcheckliste aufnehmen

Maschinenauslastung und OEE: der Unterschied

Die Maschinenauslastung setzt die tatsächliche Laufzeit einer Maschine ins Verhältnis zu einer Bezugszeit – etwa der Kalenderzeit oder der Schichtzeit. Welche Bezugszeit gilt, sollte betriebsintern festgelegt sein, sonst sind Auslastungswerte nicht vergleichbar.

Angenommen: Eine Maschine steht im Zwei-Schicht-Betrieb 16 Stunden pro Tag zur Verfügung und läuft davon 12 Stunden.

Maschinenauslastung: 12 h / 16 h = 75%

Die Auslastung sagt nur, ob die Maschine läuft. Der OEE sagt zusätzlich, wie gut sie in dieser Zeit läuft – mit welcher Geschwindigkeit und mit wie viel Gutteilen. Eine Maschine kann hoch ausgelastet sein und trotzdem einen niedrigen OEE haben, wenn sie langsam läuft oder viel Ausschuss produziert. Für die Kapazitätsplanung ist die Auslastung die passende Kennzahl, für die Suche nach Verlusten an der Maschine der OEE.

Reihenfolge: erst messen, dann den größten Verlust angehen

  1. OEE für eine Maschine über einige Wochen erfassen – mit getrennten Werten für Verfügbarkeit, Leistung und Qualität.
  2. Den Faktor mit dem größten Verlust auswählen und dessen Verlustursachen sortieren.
  3. Maßnahmen für die größte Ursache umsetzen und danach erneut messen.

Die drei Faktoren und den OEE für Ihre eigenen Zahlen berechnen Sie mit dem OEE-Rechner.

OEE mit RuestPlan tracken → | SMED-Methode kennenlernen →

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